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2012/09/26
Wohnen in Großstädten wird teuer

Mieten und Kaufpreise in deutschen Großstädten steigen deutlich stärker als in der Provinz. Das ist ein Ergebnis des Wohnungsmarktreports des Immobilienverbands Deutschland. Besonders im Süden ziehen die Preise an. Von Ricarda Maaß

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) verzeichnet einen überdurchschnittlichen Preis- und Mietanstieg in begehrten Lagen von Großstädten. Deutschlandweit sind die Preise und Mieten für Wohnimmobilien mit 3,1 Prozent laut IVD-Wohnspiegel 2012/2013 nur moderat gestiegen. "Von einer vielzierten Blasenbildung kann in Deutschland keine Rede sein", sagt IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling. "Die Preisanstiege sind Bestandteil eines längst überfälligen Aufholprozesses der deutschen Wohnungsmärkte."

Das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen liege im Jahr 2012 immer noch deutlich unter dem von 1992. Vor zwanzig Jahren waren selbstgenutzte und vermietete Wohnungen deutlich teurer. Das Marktumfeld 2012/2013 bleibt dagegen sehr günstig. Dies gelte für alle Wohnwertkategorien. "Die aktuellen Preissteigerungen sind zudem von der realen Nachfrage nach Wohnraum getrieben", sagt der IVD-Präsident.

Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert liegt in Deutschland gegenwärtig bei 998 Euro. Das sind 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern liegen die Preisanstiege zwischen 3,8 (einfacher Wohnwert) bis 9,1 Prozent (guter Wohnwert). Dies sei auf das kontinuierliche Bevölkerungswachstum in deutschen Großstädten zurückzuführen, sagt Kießling. "Wie auch schon in den Jahren zuvor gilt die Faustregel: Je höher der Wohnwert und je größer die Stadt, desto höher das Preiswachstum."

Spitzenreiter ist München: Hier zahlen Käufer durchschnittlich 2850 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung. Das sind 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Danach folgen Stuttgart mit 2100 Euro und Düsseldorf mit 1900 Euro pro Quadratmeter.

Die Preissteigerungen bei den Kaufimmobilien spiegeln sich in der Entwicklung der Wohnungsmieten wider. Die bundesweite durchschnittliche Neuvertragsmiete für eine Altbauwohnung (vor 1948 errichtet) mit mittlerem Wohnwert liegt bei 5,14 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem Vorjahr stellt das eine Steigerung von 3,1 Prozent dar. Bei Neubauwohnungen in Großstädten stiegen die Mieten durchschnittlich um 4,1 Prozent.

Mit durchschnittlich 11,20 Euro Miete pro Quadratmeter ist Wohnen in München am teuersten. In Stuttgart zahlen Mieter 9,60 Euro und in Frankfurt am Main 8,60 Euro pro Quadratmeter.

Quelle: capital.de, 25.09.2012

mehr... 2012/08/22
SPD gegen eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer in Hamburg

Der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Andreas Dressel, schließt eine Erhöhung sowohl der Grunderwerbsteuer als auch der Grundsteuer in Hamburg aus. "Eine solche Erhöhung wäre Gift für den Wohnungsbau. Deswegen wird es das mit uns nicht geben", sagte er der Tageszeitung Die Welt. In der Hansestadt stehen derzeit die Haushaltsberatungen für die Jahre 2013 und 2014 an. Der Wohnungsbau solle dabei einen Schwerpunkt bilden. Dabei muss die SPD keine Kompromissbereitschaft zeigen, denn sie konnte bei der Bürgerschaftswahl 2011 die absolute Mehrheit der Sitze erlangen. Hamburg gehörte zu den ersten Ländern, die die Grunderwerbsteuer angehoben hatten, seitdem die Bundesländer selbstständig den Hebesatz festlegen dürfen: Zum 1. Januar 2009 stieg sie von 3,5% auf 4,5% an der Bemessungsgrundlage. Als einziges westdeutsches Bundesland nahm Hamburg im ersten Halbjahr dieses Jahres weniger Grunderwerbsteuer ein (-5,3%) als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Quelle: Immobilienzeitung, 20.08.2012

mehr... 2012/08/06
Wohnungsmarkt: Weiter steigende Angebotsmieten und -preise
Die hierzulande inserierten Miet- und Kaufpreise sind im zweiten Quartal 2012 gegenüber dem ersten Quartal gestiegen. Am deutlichsten nach oben gingen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen, und zwar um 1,1%. Das geht aus einer Auswertung von empirica hervor. Mit 1,5% fiel das Plus in den kreisfreien Städten größer aus als in den Landkreisen (0,9%). Die höchsten Angebotspreise wurden unverändert in München verlangt, wo für eine 60 qm bis 80 qm große Wohnung Baujahr 2000 aufwärts im Schnitt 4.473 Euro/qm gezahlt werden sollten. Es folgen Freiburg (3.804 Euro/qm) und Hamburg (3.488 Euro/qm).

Auch die Angebotsmieten ziehen weiter an. Gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres verzeichnet empirica bundesweit ein Plus von 0,8%. In den kreisfreien Städten gingen sie um 1% nach oben, in den Landkreisen um 0,6%. Auch hier ist in München am tiefsten in die Tasche zu greifen: verlangt wurden im Schnitt 13,35 Euro/qm, in Frankfurt am Main waren es 11,99 Euro/qm, in Hamburg 11,40 Euro/qm. Der Kaufpreisindex für Ein- und Zweifamilienhäuser zeigt ebenfalls nach oben. Gegenüber dem ersten Quartal gingen die Angebotspreise um 1% hoch; in Städten waren es 1,3%, in Landkreisen 0,8%.Quelle: Immobilienzeitung, 02.08.2012
mehr... 2012/06/11
Sanierungs-AfA "auf der Zielgeraden"

Die deut­schen Im­mo­bi­li­en­ver­bän­de er­war­ten von Bund und Län­dern eine "zü­gi­ge Um­set­zung" des Kom­pro­mis­ses zur steu­er­li­chen För­de­rung der en­er­ge­ti­schen Ge­bäu­de­sa­nie­rung. Der Ei­gen­tü­mer­ver­band Haus & Grund rech­net mit einer Ei­ni­gung bis zur Som­mer­pau­se.

Beim Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses von Bund und Län­dern steht das Thema er­neut am 13. Juni auf der Agen­da. Die Ex­per­ten von Haus & Grund (H&G) gehen aber davon aus, dass sich der Be­schluss des Bun­des­rats bis zur letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se, dem 6. Juli, hin­zie­hen wird. "Die Par­tei­en sind an­schei­nend auf der Ziel­ge­ra­den", sagt H&G-Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Wal­ter. Seit einem Jahr blo­ckie­ren die Län­der den Re­gie­rungs­ent­wurf zur Sa­nie­rungs-AfA, da sie hohe Steu­er­aus­fäl­le be­fürch­ten. Sie ver­an­schla­gen die zu er­war­ten­den Steu­er­aus­fäl­le auf 1,5 Mrd. Euro p.a., die Län­der müss­ten davon 57,5% tra­gen.

Laut Han­dels­blatt hat man sich nun auf einen Kom­pro­miss ge­ei­nigt. Das Pro­gramm werde so re­du­ziert, dass die Steu­er­aus­fäl­le auf 1 Mrd. Euro sin­ken. Au­ßer­dem ist der För­der­zeit­raum auf fünf Jahre be­grenzt, damit man zü­gi­ger über­prü­fen kann, was die Sub­ven­ti­on ge­bracht hat. Um die Län­der für ihre ver­blei­ben­de Be­las­tung zu ent­schä­di­gen, will der Bund an­geb­lich die en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung öf­fent­li­cher Ge­bäu­de zu­sätz­lich mit 300 Mio. Euro p.a. vor­an­trei­ben, vor­aus­sicht­lich über KfW-För­der­pro­gram­me.

In Ber­lin kur­sie­ren Wal­ter zu­fol­ge der­zeit meh­re­re Vor­schlä­ge zur Ge­stal­tung der Sa­nie­rungs­för­de­rung, mit denen sich die Steu­er­aus­fäl­le re­du­zie­ren lie­ßen. Eine Va­ri­an­te für ver­mie­te­te Woh­nun­gen ist die Be­gren­zung der steu­er­li­chen Ab­zugs­fä­hig­keit auf be­stimm­te In­ves­ti­ti­ons­sum­men je Wohn­ein­heit.

Bei Ei­gen­nut­zern ist wei­ter­hin ein Abzug der en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rungs­maß­nah­men von der Steu­er­schuld im Ge­spräch. Neben der bis­he­ri­gen Va­ri­an­te - Kom­plett­sa­nie­rung, auch in Ein­zel­schrit­ten, bei der aber im Ge­samt­er­geb­nis der KfW-Stan­dard 85 er­reicht wer­den muss - könn­ten nun auch Ein­zel­maß­nah­men wie z.B. der Aus­tausch von Fens­tern oder die Ge­bäu­de­däm­mung ge­för­dert wer­den. Diese müss­ten dann aber dem hö­he­ren KfW-Stan­dard 55 ge­nü­gen. Das macht die Vor­ha­ben teu­rer und könn­te somit die Zahl derer, die den Steu­er­vor­teil in An­spruch neh­men, be­gren­zen.

Quelle: Immobilienzeitung, Monika Leykam, 08.06.2012

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