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2012/01/11
Deutsche Immobilien sind heiß begehrt

In­ves­to­ren schät­zen den deut­schen Im­mo­bi­li­en­markt noch po­si­ti­ver ein als vor einem Jahr: 38% der von Ernst & Young (E&Y) Real Es­ta­te be­frag­ten Un­ter­neh­men und In­ves­to­ren hal­ten Deutsch­land für einen sehr at­trak­ti­ven Stand­ort für Im­mo­bi­li­en­in­vest­ments, wei­te­re 61% für at­trak­tiv. Vor einem Jahr waren es noch 33% bzw. 57%. Im Ver­gleich zu an­de­ren eu­ro­päi­schen Im­mo­bi­li­en­stand­or­ten gilt Deutsch­land für 52% der Be­frag­ten als sehr at­trak­tiv (Vor­jahr: 54%), für 47% (32%) als at­trak­tiv. Was das Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men für Ge­wer­be- und Wohn­in­vest­ments in die­sem Jahr an­geht, rech­net Hart­mut Fründ, Ma­na­ging Part­ner bei E&Y Real Es­ta­te al­ler­dings mit einem "nor­ma­len, aber guten Jahr". Mit 27 bis 30 Mrd. Euro werde es in etwa auf dem Ni­veau von 2011 lie­gen (28 Mrd. Euro).

"Wir er­war­ten, dass die schwie­ri­ge Fi­nan­zie­rung für 2012 ein li­mi­tie­ren­der Fak­tor ist", sagt Chris­ti­an Schulz-Wul­kow, Part­ner bei E&Y Real Es­ta­te. Ent­spre­chend habe man das Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men kon­ser­va­tiv ge­schätzt. Etwas mehr als die Hälf­te (56%) der 80 für das Trend­ba­ro­me­ter Im­mo­bi­li­en-In­vest­ment­markt Deutsch­land 2012 be­frag­ten Un­ter­neh­men und In­ves­to­ren sind da an­de­rer Mei­nung: Sie er­war­ten hier­zu­lan­de ein stei­gen­des Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men.

Etwa 88% stim­men der Aus­sa­ge zu, dass die In­fla­ti­ons­sor­ge das Im­mo­bi­li­en­in­ter­es­se stei­gert, 85% gehen davon aus, dass auf­grund von Sol­vency II Ver­si­che­run­gen und Pen­si­ons­kas­sen künf­tig ver­stärkt als Fremd­ka­pi­tal­ge­ber für das Im­mo­bi­li­en­in­vest­ment auf­tre­ten wer­den. "Sie wer­den aber nur das gro­ß­vo­lu­mi­ge Spit­zen­seg­ment über­neh­men", so Schulz-Wul­kow. Das werde den Be­darf an Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten jen­seits der Ban­ken nicht de­cken.

Wohn­im­mo­bi­li­en blei­ben 2012 In­ves­tors Lieb­ling

Noch stär­ker als 2011 wer­den in die­sem Jahr Wohn­im­mo­bi­li­en im Fokus der In­ves­to­ren ste­hen, nennt Schulz-Wul­kow, Part­ner bei E&Y Real Es­ta­te ein wei­te­res Um­fra­ge-Er­geb­nis: Für 69% der Be­frag­ten ist diese As­set­klas­se die am meis­ten fa­vo­ri­sier­te (2011: 44%). Drei Vier­tel rech­nen mit stei­gen­den Prei­sen bei Wohn­im­mo­bi­li­en in sehr guten Lagen (2011: 84%). Eben­falls bei In­ves­to­ren be­lieb­ter als im Vor­jahr sind Ein­zel­han­dels­ob­jek­te: Sie sind bei 51% der Be­frag­ten stark nach­ge­fragt, 2011 waren es 36%. Auch hier rech­net knapp die Hälf­te (46%) der Be­frag­ten mit stei­gen­den Prei­sen in 1a-La­ge.

Büros sind da­ge­gen wei­ter in der Gunst der Käu­fer ge­sun­ken: Auf die­ses Seg­ment legen noch 14% der Be­frag­ten einen star­ken In­vest­ment­fo­kus, 2011 war es noch ein Fünf­tel. 35% wol­len da­ge­gen in die­sem Jahr wenig oder gar nicht in Büros in­ves­tie­ren (2011: 40%) Hier gehen etwa 27% von stei­gen­den Prei­sen in sehr guten Lagen aus, 64% rech­nen mit sta­bi­len Prei­sen.

Hal­ten ins­ge­samt 99% der Be­frag­ten in Deutsch­land den hie­si­gen Im­mo­bi­li­en­markt für at­trak­tiv, fällt das Er­geb­nis für die elf wei­te­ren eu­ro­päi­schen Im­mo­bi­li­en­märk­te, die erst­mals für das Trend­ba­ro­me­ter Im­mo­bi­li­en-In­vest­ment­markt un­ter­sucht wur­den (ins­ge­samt 460 Ant­wor­ten), schlech­ter aus. Als Grün­de dafür führt E&Y Real Es­ta­te die Un­si­cher­heit über die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät und feh­len­de Trans­ak­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu at­trak­ti­ven Prei­sen an. So er­war­tet die Mehr­heit der Be­frag­ten einen Rück­gang der Trans­ak­tio­nen auf­grund der Eu­ro­kri­se. Nur in Deutsch­land, Frank­reich und Lu­xem­burg ist gut die Hälf­te der Be­frag­ten davon über­zeugt, dass das Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men 2012 das des Vor­jah­res über­stei­gen wird.

Quelle: Immobilienzeitung, 10.01.2012, Katja Bühren

mehr... 2011/11/16
Berlin: Grunderwerbsteuer wird auf 5% erhöht

Bei den Koalitionsverhandlungen haben sich die Fraktionen der SPD und CDU am vergangenen Freitag darauf verständigt, die Grunderwerbsteuer in Berlin von 4,5% auf 5% zu erhöhen. Die Erhöhung soll zum 1. April 2012 in Kraft treten. Damit ist die vom Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg der SPD vorgeschlagene Anhebung der Grunderwerbssteuer auf 7% vorerst vom Tisch. Auch hinsichtlich weiterer Themen mit Immobilienbezug hat man sich geeinigt.

Auf dem Landesparteitag der Berliner SPD am 21. November steht dennoch ein entsprechender Antrag zur Abstimmung, den die Antragskommission der SPD zur Annahme empfiehlt. Doch selbst wenn die Genossen sich mehrheitlich für eine Grunderwerbsteuer von 7% entscheiden, wird damit lediglich die Zielrichtung der Partei festgelegt. "Wir werden in einem Koalitionsvertrag nicht alle Beschlüsse eines Parteitags umsetzen", sagt Dilek Kolat, finanzpolitische Sprecherin der SPD.

 

Quelle: Immobilienzeitung, 14.11.2011

mehr... 2011/10/05
Niedriges Baugeld lockt Interessierte zum Kauf

Hamburg. Jeder Tag des Abwartens ist bares Geld wert. Wer jetzt 200.000 Euro Kredit für eine Hausfinanzierung aufnimmt, spart allein bei den Zinsen über zehn Jahre knapp 15.000 Euro im Vergleich zu einem Häuslebauer, der seinen Vertrag bereits vor drei Monaten unterschrieben hat. Das eingesparte Geld reicht für eine gute Einbauküche. Die Rechnung zeigt zudem, wie stark die Zinsen für Baufinanzierungen in den letzten Wochen noch einmal gefallen sind. Experten sprechen schon seit Monaten von "historisch niedrigen Konditionen", doch die Entwicklung zeigt: Es geht immer noch ein bisschen günstiger.

Während sich Sparer über sehr niedrige Zinsen ärgern, haben Bauwillige gut lachen. "Hypothekendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit sind aktuell zu Effektivzinsen von durchschnittlich unter 3,5 Prozent zu haben", sagt Kerstin Altendorf vom Bundesverband deutscher Banken. "Noch nie waren Baudarlehen so günstig wie jetzt." Wer zum Immobilienerwerb 50 Prozent des Kaufpreises aus Ersparnissen aufbringen kann, erhält sogar ein Darlehen mit knapp unter drei Prozent Zinsen: Mit 2,99 Prozent werben einige Baugeldvermittler. Im Schnitt der vergangenen 20 Jahre lagen die Hypothekenzinsen bei rund sechs Prozent.

Im Durchschnitt müssen für den Kauf eines Einfamilienhauses in Hamburg im Wert von 300.000 Euro, für das ein Kredit über 240.000 Euro für zehn Jahre aufgenommen wird, monatlich 1053 Euro für Zins und Tilgung aufgebracht werden. Gemessen an der Wohnfläche von 135 Quadratmetern ist das mit einer Kaltmiete vergleichbar. Wer mehr als acht Euro pro Quadratmeter seinem Vermieter überweist, für den rechnet sich der Umzug in die eigenen vier Wände erst recht.

Denn die Mietpreise sind in Hamburg seit Mitte 2010 bei Neuvermietungen um sieben Prozent auf 9,75 pro Quadratmeter gestiegen, ermittelte Jones Lang LaSalle. Binnen zwei Jahren liegt der Anstieg sogar bei 14 Prozent. Das ist der stärkste Preisanstieg in acht untersuchten Großstädten.

Noch stärker steigen die Immobilienpreise in der Hansestadt. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind innerhalb eines Jahres um 13 Prozent gestiegen. "Hamburg bleibt der dynamischste Wohnungsmarkt in Deutschland", sagt Roman Heidrich von Jones Lang LaSalle. "Hier dreht sich die Miet- wie auch die Kaufpreisspirale am schnellsten." Im Schnitt müssen in Hamburg für einen Quadratmeter Wohnfläche in einer Eigentumswohnung 2640 Euro bezahlt werden. Das sind rund 600 Euro mehr als noch vor zwei Jahren. Nicht nur niedrige Zinsen und steigende Mieten und Immobilienpreise sprechen für Wohneigentum, auch die unsichere Situation an den Finanzmärkten sorgt für eine Flucht in Betongeld. Viele Aktien haben bis zu 50 Prozent ihres Wertes verloren. Bei sicheren Sparanlagen gleichen die niedrigen Zinsen kaum die Inflationsrate von 2,6 Prozent aus. "Das verstärkt das Interesse an Wohnimmobilien", sagt Kai Oppel, Sprecher des Baugeldvermittlers Hypothekendiscount. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen.

Einerseits verstärkt die Finanzkrise die Nachfrage nach Immobilien in wertstabilen Lagen wie Hamburg, andererseits ist sie die Ursache für die historisch niedrigen Zinsen. "Die Baugeldzinsen profitieren von der Staatsschuldenkrise in Europa", sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Investoren flüchten in als sehr sicher geltende deutsche Bundesanleihen und Pfandbriefe. Mit Letzteren werden Hypothekendarlehen refinanziert. So sank auch die Rendite zehnjähriger Pfandbriefe innerhalb von drei Monaten von 3,55 Prozent auf 2,50 Prozent. Als Folge gaben die Zinsen für Hypothekendarlehen deutlich nach.

Bei den niedrigen Zinsen geht die Immobilienfinanzierung auch noch günstiger: Wer nur eine Zinsbindungsfrist von fünf Jahren wählt, erhält Zinsen für deutlich unter drei Prozent. Experten raten aber davon ab. "Die niedrigen Zinsen sprechen für einen langen Zinsbindungszeitraum", sagt Dirk Scobel von der Verbraucherzentrale Hamburg. Neben der üblichen Zinsbindungsfrist von zehn Jahren sollten 15 und 20 Jahre in den Fokus der Immobilienkäufer rücken. Fünf Jahre mehr Zinssicherheit kosten im Berechnungsbeispiel der Tabelle 80 Euro mehr im Monat. Bei der Sparda-Bank Hamburg gibt es fast keinen Unterschied zwischen Zehn- und 15-Jahres-Zins. "Wir registrieren ein starkes Interesse der Kunden an einer 15-jährigen Zinsbindung", sagt Sprecher Dieter Miloschik.

Auch eine Finanzierung auf 20 Jahre ist sehr attraktiv. Die Baugeldvermittler Accedo und DTW-Immobilienfinanzierung bieten sie für einen Effektivzins von 3,34 Prozent an. Die monatliche Belastung liegt bei 1058 Euro. Solche Laufzeiten bieten Zinssicherheit auf lange Sicht, auch die Restschuld am Ende ist geringer. Außerdem gibt es ein einseitiges Kündigungsrecht der Kreditnehmer nach zehn Jahren, das genutzt werden kann, falls die Zinsen dann noch niedriger sind.

Trotz günstiger Bedingungen warnt Scobel vor übereilten Immobilienkäufen. "Das knappe Angebot an Wohnungen und Häusern in Hamburg verleitet die Leute zu übereilten Abschlüssen", sagt er. Zumindest von der Zinsentwicklung ist keine Hektik nötig. "Wir erwarten keinen großen Anstieg bei den Zinsen", sagt Jochen Intelmann, Chefvolkswirt der Hamburger Sparkasse. Ein minimaler Anstieg zum Jahresende sei möglich, vorausgesetzt die Finanzmärkte beruhigten sich. Dann würden die Anleger ihr Geld eher wieder in Aktien stecken.

Quelle: Hamburger Abendblatt, 04.10.2011

Steffen Preißler

mehr... 2011/09/14
Studie- Jugend will ein eigenes Heim

Junge Deutsche träumen von den eigenen vier Wänden: 77 Prozent der 16- bis 25-Jährigen wollen später ein Haus oder eine Wohnung besitzen. Nur neun Prozent wollen zur Miete wohnen. Von Lisa Hegemann

Das hat eine Umfrage der Landesbausparkassen ergeben. Nach Angaben der Studie wollen 44 Prozent der Befragten an ihrem jetzigen Wohnort oder in der Nähe bleiben. Knapp ein Viertel der jungen Leute glaubt nicht, dass es sie in ihrer Stadt hält und will wegziehen.

Grund für den Traum vom Eigenheim ist vor allem der Wunsch nach Unabhängigkeit: 96 Prozent der Befragten gaben an, frei von den Launen eines Vermieters sein zu wollen. 93 Prozent sehen ein eigenes Haus als Wert, der weiter vererbt werden kann, 92 Prozent halten ein Eigenheim für eine gute Altersvorsorge.

Denn schon heute macht sich die Jugend Gedanken über das hohe Alter: Jeder vierte von fünf Teenagern findet Altersvorsorge wichtig. Auf die nächsten Jahre blicken die 16- bis 25-Jährigen optimistisch: 64 Prozent der Befragten schätzen ihre Zukunft positiv ein, ein Drittel ist immerhin einigermaßen zuversichtlich.

 

Quelle:Börse online, 08.09.2011

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